Friedensethik in der Zeitenwende
Zur Kontroverse um die Friedensdenkschrift der EKD
Wann? Montag, 13. Juli 2026, 18.30-21.00 Uhr
Wo? Ökumenisches Bildungszentrum sanctclara, B 5, 19 | 68159 Mannheim
Wer? aeu-Regionalgruppe Rhein-Neckar-Pfalz • Sozialwissenschaftliches Institut der EKD (SI) • Ökumenischen Bildungszentrums sanctclara Mannheim
Auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurde im November 2025 in Dresden die Friedensdenkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen“ veröffentlicht. Seitdem wird diese kontrovers diskutiert.
Die Friedensdenkschrift unterzieht angesichts der Erfahrungen mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine und der verheerenden Kriegsereignisse das Konzept des Gerechten Friedens einer Neubestimmung, das der friedensethischen Orientierung zwischen Gewaltfreiheit, Schutz vor Gewalt und zunehmend gewaltförmigen globalen Krisen eine robuste Argumentationsgrundlage im Blick auf politische Handlungsfähigkeit verschaffen will. Die Denkschrift folgt dabei der in der Kundgebung der EKD-Synode von 2019 „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“ formulierten Ausschließlichkeit des Gewaltverzichts nicht, sondern knüpft an den Gedanken der Rechtserhaltenden Gewalt aus der Denkschrift von 2007 und damit an die Tradition der Barmer Theologischen Erklärung an. Sie präzisiert auf dieser Grundlage die vier Dimensionen des Leitbildes des Gerechten Friedens und räumt der ersten Dimension, dem Schutz vor Gewalt einen Primat ein vor der Förderung von Freiheit, dem Abbau von Ungleichheiten und dem friedensfördernden Umgang mit Gewalt.
Dementsprechend wird der radikale, jeden Einsatz von Gewalt ablehnende Pazifismus zwar als Haltung gewürdigt, als politisches Leitprinzip aber zurückgewiesen. Diese Weiterentwicklungen sind sowohl auf viel Zustimmung wie auf deutliche Kritik gestoßen.
Während der Realismus im Blick auf die Rolle von und den (auch militärischen) Schutz vor Gewalt auf Zustimmung von politischer, wie theologischer Seite mit Bezug auf die Wirklichkeit der Sünde in der Welt und gesellschaftlichen Verhältnissen gestoßen ist, wird die Absage an den Pazifismus als politischer Handlungsanweisung von anderer Seite als Verrat an den ethischen Maßstäben der Bibel, insbesondere der Bergpredigt, gesehen. Dabei wird insbesondere auf die dringend benötigte Rolle der Kirche(n) als friedensfördernder Kraft verwiesen. Auch eine mangelnde Bezugnahme auf die Komplexität der zivilen Einhegung von Gewaltpotenzialen wird konstatiert.
Diese Kontroverse bildet den Anlass für eine Diskussion mit dem federführenden Autor der Friedensdenkschrift, Prof. Dr. Reiner Anselm von der LMU München, und dem Mitinitiator der Initiativen „Sicherheit neu denken“ und „Kirche des gerechten Friedens werden“ der Evangelischen Landeskirche in Baden OKR i.R. Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht.







































