Im Alter neu werden – Diskussion und SI-Empfang auf dem DEKT 2013 in Hamburg

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Körber-Stiftung

Die Veranstaltung war mit rund 300 Besucher_innen ausgebucht. Interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Hamburg, Vertreter_innen aus Politik und Wirtschaft, Gäste der Körber-Stiftung und des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD wollten wissen, wie Margaret Heckel, Gerhard Wegner und Margot Käßmann zum Thema “Alter / Altersbilder” stehen. Moderiert wurde das fachkundige und kurzweilige Gespräch von Julia-Niharika Sen vom NDR.

Veranstaltungsbericht der Körber-Stiftung:
Zum ersten Mal alt gefühlt hat sich Margot Käßmann, als sie beim Joggen von ihrer Tochter überholt worden ist. Die Theologin diskutierte mit der Autorin Margaret Heckel und Gerhard Wegner vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland über das aktuelle Altersbild in Gesellschaft und Kirche. Anlässlich des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentages hatten das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD und die Körber-Stiftung zu der gemeinsamen Veranstaltung Titel »Im Alter neu werden« ins KörberForum eingeladen.

Richtig alt sei man, wenn man – wie die Hamburger sagen – »hinten nicht mehr hoch kommt«, sagte Wegner. Allerdings stellten alle drei Podiumsgäste fest, dass die Vorstellungen darüber, was alt sei, weit auseinandergehen. Keine Lebensphase sei so facettenreich wie das Alter. In anderen Länder, beispielsweise den USA, gebe es deshalb zu Recht auch keine feste Altersgrenze für den Renteneintritt. In Deutschland ist das anders – und das, obwohl viele Menschen länger arbeiten können und wollen. Aber es gebe auch diejenigen, die nicht mehr arbeiten können und wollen. Für diese Menschen muss gesorgt werden, denn, so Wegner, sich im Alter selbst zu versorgen, koste viel Kraft. Es sei nicht möglich, immer aktiv und agil zu sein. Wegner sieht als große Gefahr, dass automatisch alles, was diesem Bild nicht entspricht, für wertlos erklärt werden könnte, wenn nur noch das »aktive Alter« zählt. Kirche und Gemeinden hätten die Aufgabe, sich um diejenigen zu kümmern, die auf Pflege und Versorgung angewiesen sind. Dazu brauche es aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger und vor allem Strukturen, damit sich diese mit ihren Kompetenzen einbringen können.
Käßmann stellte deutlich heraus, dass man sich nicht schämen müsse, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Sie plädierte für einen »Kreislauf der Barmherzigkeit«, in dem man in seinen starken Jahren seine Kräfte einbringt, um aus diesem später – wenn man selbst Hilfe benötigt – schöpfen zu können.

Start

0:00

Mittwoch, Mai 1, 2013

Ende

0:00

Sonntag, Mai 5, 2013

Adresse

Hamburg