Mit Leidenschaft für eine vitale Kirche – Institutsdirektor Gerhard Wegner geht in den Ruhestand

Gerhard Wegner, der Gründungsdirektor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Hannover, wird am Samstag, 11. Mai 2019, im Rahmen eines Gottesdienstes in der Französischen Friedrichstadtkirche (Berlin) in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wird er als Pastor der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers entpflichtet.

Am 1. Oktober 2004 übernahm Gerhard Wegner die Leitung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Hannover, das zu diesem Zeitpunkt durch die Zusammenlegung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Bochum (SWI) mit dem Pastoralsoziologischen Institut an der Ev. Fachhochschule Hannover (PSI) entstanden ist.

Beide Vorgängerinstitute konnten seinerzeit auf eine jeweils mehr als 30-jährige, erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Die Herausforderung, der sich Wegner stellte, bestand darin, die beiden wissenschaftlichen Stränge – Sozialethik und Pastoralsoziologie – zusammen zu führen und zusammen zu halten. Sozialethik und Pastoralsoziologie – so seine Überzeugung – beleuchten gemeinsam grundlegende Aspekte der evangelischen Kirche in ihrer Rolle als Akteurin in der Gesellschaft.

In den Folgejahren sind bis heute unter seiner Leitung eine Vielzahl von wissenschaftlichen Projekten durchgeführt und ihre Ergebnisse veröffentlicht worden mit dem Ziel, die Rolle der Kirche und des christlichen Glaubens in der modernen gesellschaftlichen Wirklichkeit so zu analysieren, dass sich daraus Impulse für die Praxis ergeben. Die Bandbreite der behandelten Themen in den Feldern „Kirche – Religion – Gesellschaft“ und „Wirtschaft – Soziales – Ethik“ ist groß. Sie reicht buchstäblich von A wie „Alternsforschung“ bis Z wie „Zukunft Europas“.

In seinen zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen hat Gerhard Wegner sich stets prägnant und unverwechselbar geäußert, klare Positionen bezogen und die Diskussion mit anderen Meinungen gesucht, auch wenn es für ihn oder sein Gegenüber unbequem wurde, wie z.B. im Themenbereich „Zukunft der Kirche“ oder seiner begründeten Ablehnung eines „Bedingungslosen Grundeinkommens.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, würdigt den scheidenden Institutsdirektor für sein Wirken: „Gerhard Wegners Verabschiedung ist für mich und für den gesamten Rat der EKD Anlass großer Dankbarkeit.“ Zwar sei die Neugründung des Sozialwissenschaftlichen Instituts aus zwei unterschiedlichen bisherigen Instituten durchaus ein Wagnis gewesen, doch „Gerhard Wegner hat mit seiner großen Kompetenz, mit seiner Leidenschaft und seiner Streitbarkeit in den letzten 14 Jahren ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das SI zu einem unverzichtbaren Akteur und Ratgeber für das kirchenleitende Handeln in der EKD geworden ist.“

Studiert hat Gerhard Wegner evangelische Theologie in Göttingen und Nairobi. Von 1983 bis 1991 war er Pastor in Celle und Springe, ab 1991 Gründungsgeschäftsführer der Hanns-Lilje-Stiftung und Beauftragter für die EXPO 2000, später dann evangelischer Direktor des Christus-Pavillons auf der EXPO 2000. Von 2001 bis 2004 leitete er den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und war stellvertretender Leiter des Hauses Kirchlicher Dienste.

Seit 2014 ist er Mitglied im Vorstand des Studienzentrums der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie und seit Juni 2016 ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung e. V. (nbeb). Wegner ist Mitglied des Aufsichtsrates des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen e. V., Mitglied im Digitalrat Niedersachsen und Vorsitzender des Beirats der niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Zudem gehört er dem Kuratorium der Stiftung Sozialer Protestantismus und dem Beirat von Denkwerk Demokratie an, ist ständiger Gast der Kammer der EKD für soziale Ordnung und außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität Marburg.

Der Gottesdienst am 11. Mai 2019 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin beginnt um 11.00 Uhr.

Hannover, den 26.4.2019

Gabriele Arndt-Sandrock,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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