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Pressearchiv

Selbstwahrnehmung statt Schubladendenken

  • Kategorie Pressearchiv, SI EKD Pressearchiv < 2014
  • Datum 19. Februar 2013
Hintergrundbild

SI-Milieu-Selbsttest bei „Kirchehochzwei“ – Bericht im Medienmagazin pro

Mehr als 320 Besucher des Zukunftskongresses der Kirche „Kirche hoch zwei“ in Hannover haben sich an dem Milieu-Selbsttest des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (SI) beteiligt. Damit erreichte der Test alle Altersgruppen, 20-Jährige waren genauso verteten wie über 70-Jährige. 106 Teilnehmer waren 40 bis 49 Jahre alt.

„Die Auswertung hat ergeben, dass sich die Mehrheit der Frauen und Männer, die den SI-Milieu-Selbsttest gemacht  haben, sich am liebsten unter Menschen ihres „Milieus“ zu bewegen“, sagt Soziologin Petra-Angela Ahrens. Das waren 195 Personen. Bei ihnen passten Lebensorientierungen und persönlicher Geschmack nahtlos zueinander. 81 Testpersonen gaben an, sich gern in Milieus zu bewegen, die sich normalerweise eher voneinander abgrenzen. Und bei 48 Teilnehmenden stand die Vielseitigkeit in Lebensorientierungen und Geschmack im Vordergrund. Sie bewegten sich gern in unterschiedlichen Milieus.

„Wir wollten mit dem Selbsttest vor allem die Kongressbesucher für Milieuwahrnehmung sensibilisieren und neugierig machen. Das ist gelungen“, betonte Gerhard Wegner, Direktor des SI. Das Interesse an dem interaktiven Angebot war groß. Die drei iPads, an denen die Selbstbefragung durchgeführt wurde, waren ständig in Betrieb. Als Antwort erhielten die Teilnehmenden eine kleine Milieu-Box mit ihrem Ergebnis zum Mitnehmen und einem Hinweis für vertiefende Lektüre. Nach dem Test entwickelten sich viele – auch ökumenische – Gespräche unter den Standbesuchern.

Die Frage nach Lebensstilen und Milieus beschäftigt nicht nur die Werbung. Pfarrkonvente, Kirchenleitungen, kirchliche Einrichtungen fragen sich, warum oft nur eine bestimmte Gruppe Frauen oder Männer ihre Veranstaltungen besucht und sich an den Aktivitäten beteiligt; andere hingegen gar nicht. „Um neue Menschen zu gewinnen und für die kirchliche Arbeit zu begeistern, ist es hilfreich, das Blickfeld zu erweitern. Wir müssen uns zunächst die eigenen Vorlieben und Abneigungen bewusst machen“, betonte  Petra-Angela Ahrens. Es sei bei dem Selbsttest nicht darum gegangen, herauszufinden, wer zu welchem Milieu gehöre. Stattdessen sollte die Umfrage zeigen, wer lieber unter seinesgleichen bleibt oder Sympathien für unterschiedliche Stiltypen empfindet. Der Selbsttest sollte Lust machen auf einen konstruktiv-kritischen Umgang mit dem Milieu-Ansatz.

Das Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat in Zusammenarbeit mit dem SI zu der Thematik eine Broschüre für Kirchenvorstände in der hannoverschen Landeskirche herausgegeben. Das Heft „Das Blickfeld erweitern. Menschen begeistern – Ehrenamtliche gewinnen“ bietet Kirchenvorständen Anregungen, die eigene milieubezogene Gemeindesituation zu analysieren und zu bewerten. Die Broschüre kann als PDF heruntergeladen werden.

Petra-Angela Ahrens , Gerhard Wegner (2013), Soziokulturelle Milieus und Kirche,  Kohlhammer. Zum Shop

ASA

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