Zukunft der Volkskirche – Epiphaniasempfang in Lüneburg

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Neujahrsempfang Kirchenkreis Lüneburg – Vortrag von Gerhard Wegner

Neujahrsempfang des evangelischen Kirchenkreises Lüneburg

Bericht von epd / Hannover:

Trotz sinkender Mitgliedzahlen haben die christlichen Kirchen in Deutschland nach Ansicht des kirchlichen Sozialexperten Gerhard Wegner auch in Zukunft eine wichtige Rolle. Zu Weihnachten hätten gut 8,4 Millionen Menschen die Gottesdienste besucht, erläuterte sagte der Direktor des Sozialwissenschaftlichen Institutes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Lüneburg. Gleichzeitig hätten die Austritte aus der evangelischen und katholischen Kirche 2014 mit einer Zahl von 350.000 einen Höhepunkt erreicht, sagte er beim Neujahrsempfang des evangelischen Kirchenkreises Lüneburg laut Redemanuskript.

Nach der jüngsten Mitgliederuntersuchung der evangelischen Kirche aus dem vergangenen Jahr seien bis zu 15 Prozent der Mitglieder eng mit der Kirche verbunden, etwa die gleiche Zahl habe sich bereits innerlich distanziert. Eine Mehrheit bewege sich dazwischen. Selbst unter den Kirchenmitgliedern sei das Interesse, über religiöse Themen zu reden, in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geschrumpft.

“Die Kirchenmitglieder nehmen ihre Verantwortung für die Weitergabe es Glaubens nicht mehr so wahr, wie sie dies früher getan haben.”

Dass die Kirchen Millionen Mitglieder verloren hätten, hänge auch mit einem Rückgang der öffentlichen Akzeptanz von Religion zusammen, sagte Wegner. Dennoch habe die christliche Religion hat nach wie vor ganz wichtige Funktionen in der Gesellschaft. Sie gebe Orientierung und helfe dabei, Krisen zu bewältigen. Die Christen müssten selbst für ihren Glauben werben. “Die Zukunft der Volkskirche liegt deswegen in den Händen und Köpfen derjenigen, die sich wieder neu von Gott begeistern lassen.”

Evangelischer Pressedienst

Glauben in den Alltag tragen | von Landeszeitung für die Lüneburger Heide (LZ): epiphanias_2015_LZ_8_1_2015